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Es werden Posts vom November, 2020 angezeigt.

07.11.2020 Lockdown

Hier auf Lesbos scheint die Pandemielage ja (noch) nicht so gravierend zu sein. Dennoch hat die griechische Regierung über ganz Griechenland ab heute einen landesweiten Lockdown verhängt. Er war schon ein paar Tage vorher angekündigt worden, und wir erfuhren täglich konkreteres.  Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutz (MNS) im öffentlichen Leben war schon vorher da. Jetzt wird sie auch auf innerhalb von Gebäuden ausgedehnt. Für das Nichttragen eines MNS wird eine Geldbuße von 150,- Euro fällig.  Für unsere dienstlichen Aktivitäten haben wir eine generelle Freigabe und führen ein entsprechendes Schreiben mit uns. Wer privat raus will, muss dafür eine SMS an eine Kurzwahlnummer schicken, in der der Anlass des Ausgangs, auf sechs Kriterien verteilt, genannt wird, sowie der Name und die Adresse. Kurz darauf kommt eine Bestätigung der Polizei, ebenfalls per SMS. Im Falle einer Kontrolle ist diese Bestätigungs-SMS vorzuzeigen.  Eigentlich ein ganz pfiffiges System....

01.-06.11. Die erste Woche

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Die erste Arbeitswoche fasse ich mal in einem Post zusammen. Zum einen gibt es nicht jeden Tag berichtenswerte Höhepunkte, zum anderen ist natürlich auch die Erinnerung an Begebenheiten bis zu einer Woche vorher nicht mehr so wirklich präsent.  Das Wichtigste: Wir kommen voran. Das Team arbeitet prima zusammen, die Aufgabengebiete sind klar und es sind erste Anlagen in Betrieb. Von einer Schweizer Hilfsorganisation haben wir den Auftrag der täglichen Wasserlieferungen übernommen. Zum Trinken erhalten die Campbewohner Wasser in Flaschen. Das Wasser, das wir in die großen "Bladdertanks", also die elastischen Tanks, füllen, hat zwar auch Trinkwasserqualität, ist aber in erster Linie als Brauchwasser gedacht. Das Abwasser wird ebenfalls durch Tankwagen aufgenommen und weggefahren. Wir arbeiten an einer dauerhaften Lösung, ohne Transporte, aber dafür braucht es Baumaßnahmen, die mit der Regierung abzustimmen sind. Wir sind dran.  Es gibt jetzt erste Duschen...

30.09.2020 Kräftiger Schüttler

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Der Tag beginnt erst einmal mit großem Abschied. Vier Delegierte der ersten Rotation verlassen den Einsatz und starten nach dem Frühstück in Richtung Flughafen durch. Für den Rest beginnt ein weiterer arbeitsreicher Tag. Im Rotkreuzgebäude steht uns ein kleines Büro und ein größerer Raum zur Verfügung. Mit der Finanzdelegierten kläre ich einige wichtige Dinge und lasse mich in verschiedene Vorgänge einweisen. In der ersten Rotation wird Geld ausgegeben und Belege gesammelt. In der zweiten setzt sich das langsam. Da hat man meistens auch mehr Zeit, sich zum Beispiel für größere Tätigkeiten Angebote einzuholen. So wie wir es in Deutschland bei Ausgaben über 500 € ja auch haben. Transparenz ist ja auch für den Umang mit Spendengeldern wichtig.  Am Mittag gehe ich kurz ins Hotel, um etwas zu holen. Wieder zurück betrete ich mein Büro als das Gebäude anfängt zu wackeln. Und das Wackeln nimmt zu. Nebenan ertönt eine Alarmanlage. Ich überlege mir ob das wohl ein Erdbeben ist. ...

29.09.2020 Übergabe

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Nach dem Frühstück geht es auf 8:00 Uhr zu Fuß zum nahegelegenen Büro der örtlichen Rotkreuzorganisation. Bei uns wäre das ein Ortsverein. Dort haben wir einen großen Raum und ein kleines Büro. Alexander macht mir eine ausführliche Übergabe und stellt mir die anderen Delegierten und die Vertreter der Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften ("Föderation" bzw. IFRC) vor. Da sich mein Abflug um einen Tag verspätet hatte, nützen wir diesen Tag intensiv, damit ich in alle aktuell laufenden Projekte hereinfinde. Auch ein Besuch im Camp ist dabei. Eigentlich ist es ein schönes Stück Landschaft direkt am Meer, das der Staat nach dem Feuer in Moria zum Flüchtlingslager gewidmet hat. Hier steht Zelt an Zelt. Es ist recht staubig. Es herrscht viel Aktivität. Viele kleinere und ein paar größere Hilfsorganisationen sind aktiv. Das Rote Kreuz engagiert sich im Bereich der Bereitstellung von Brauchwasser, der Betreibung der Waschgelegenheiten und WCs,...

28./29.10.2020 Anreise

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Nach ausgiebigen Vorbereitungen geht es jetzt los. Mit dem Zug nach Zürich und von dort mit dem Flugzeug über Athen nach Lesbos. Durch die Pandemiesituation ist es am Flughafen angenehm ruhig. Zwei ältere Ehepaare geben nach mir am Flugschalter ihr Gepäck auf. Aufgrund der Aufkleber auf meinen Reisekisten fragen sie, was ich in Griechenland mache. Sie zeigen sich sehr beeindruckt darüber und geben mir etwas Geld mit, "um etwas Gutes damit zu tun. Am liebsten für Kinder..." Sowas verpflichtet halt auch. Mal sehen, was ich damit mache.  In Athen habe ich fünf Stunden Aufenthalt. Unter anderem schaue ich mir ein paar Ausgrabungsgegnstände an, die am Flughafen in einem kleinen "Museums" ausgestellt sind. Es ist schon immer wieder beeindruckend, was frühere Kulturen schon konnten und kannten.  An sich trage ich ja meinen Urbandoo , also den Rundschal mit FFP3-Schutz als Mund-Nasenschutz (MNS). Ich finde ihn wesentlich angenehmer als eine Maske. Di...

Vorbereitungen

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Fast zwei Wochen vor dem Abflug kam der Anruf aus Berlin: "Wir würden Dich gerne nach Lesbos schicken." Ganz überraschend kam der Anruf nicht. Dem vorangegangen war auch schon mal eine Verfügbarkeitsabfrage. Da mein Arbeitgeber, der DRK Kreisverband Säckingen e.V. vorausschauend plant und Personal ausbildet, konnte ich ab Oktober wieder darauf zählen, dass ich für solche Einsätze freigestellt werden kann. Durch die Umstellung auf das neue Berufsbild "Notfallsanitäter" gibt es in ganz Deutschland Personalengpässe bei den Rettungsdiensten. Dazu kommt eine gewisse Fluktuation, weil z.B. manche Abiturienten, die den Numerus Clausus fürs Medizinstudium nicht erreicht haben, zunächst die Ausbildung zum Notfallsanitäter machen. Das ist langfristig gesehen auch nicht schlecht. Mit Ärzten zu kooperieren, die aus dem Rettungsdienst kommen, schafft schon mal eine sehr gute Basis für alle Beteiligten.  Lange Rede, kurzer Sinn: Ich  erhielt Grünes Licht seitens Rettungsdienstle...