01.-06.11. Die erste Woche
Die erste Arbeitswoche fasse ich mal in einem Post zusammen. Zum einen gibt es nicht jeden Tag berichtenswerte Höhepunkte, zum anderen ist natürlich auch die Erinnerung an Begebenheiten bis zu einer Woche vorher nicht mehr so wirklich präsent.
Das Wichtigste: Wir kommen voran. Das Team arbeitet prima zusammen, die Aufgabengebiete sind klar und es sind erste Anlagen in Betrieb. Von einer Schweizer Hilfsorganisation haben wir den Auftrag der täglichen Wasserlieferungen übernommen. Zum Trinken erhalten die Campbewohner Wasser in Flaschen. Das Wasser, das wir in die großen "Bladdertanks", also die elastischen Tanks, füllen, hat zwar auch Trinkwasserqualität, ist aber in erster Linie als Brauchwasser gedacht. Das Abwasser wird ebenfalls durch Tankwagen aufgenommen und weggefahren. Wir arbeiten an einer dauerhaften Lösung, ohne Transporte, aber dafür braucht es Baumaßnahmen, die mit der Regierung abzustimmen sind. Wir sind dran.
Es gibt jetzt erste Duschen. Die sind aber noch nicht mit fließendem Wasser versehen, sondern die Duschwilligen müssen das Wasser selber in Kanistern oder Eimern mitbringen. Die Duschen werden deshalb auch "Bucket Showers" genannt. Das ist zunächst besser als nichts, aber natürlich kein Dauerzustand. Wobei das Leben in so einem Camp an sich schon kein Dauerzustand sein darf. Letzteres liegt leider nicht in unserer Macht.
Wir sind ja nicht die einzige Organisation, die sich im Camp um die Verbesserung der WASH Situation bemüht. Daher findet einmal wöchentlich ein Koordinierungsmeeting statt, in dem wir uns abstimmen, wie der aktuelle Stand ist und wer sich für was verantwortlich zeigt. Wir werden in der nächsten Zeit Waschstationen bauen, die überdacht sind. Außerdem arbeiten wir an Warmwasserduschen. In Anbetracht der Gesamtsituation und auch des nahenden Winters ist das allerhöchste Zeit.
Meine Tätigkeit als Team Leader hat allerdings mehr Koordinierungs- und administrative Funktion. Wir haben beim Hellenischen Roten Kreuz hier im Ort unser Büro. Das Camp liegt rund 15 Autominuten entfernt. Ich selber bin nicht jeden Tag im Camp. Das ist eine gewisse Umgewöhnung zu vorherigen Einsätzen, aber in diversen Trainings wurde ich auf diese Tätigkeit ja vorbereitet.
Zwischendurch steht noch eine eventuelle Teilnahme an einer Lagebeurteilung (Assessment) auf Samos im Raum. Aber im Moment kann ich hier nicht weg.
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