Vorbereitungen

Fast zwei Wochen vor dem Abflug kam der Anruf aus Berlin: "Wir würden Dich gerne nach Lesbos schicken." Ganz überraschend kam der Anruf nicht. Dem vorangegangen war auch schon mal eine Verfügbarkeitsabfrage. Da mein Arbeitgeber, der DRK Kreisverband Säckingen e.V. vorausschauend plant und Personal ausbildet, konnte ich ab Oktober wieder darauf zählen, dass ich für solche Einsätze freigestellt werden kann. Durch die Umstellung auf das neue Berufsbild "Notfallsanitäter" gibt es in ganz Deutschland Personalengpässe bei den Rettungsdiensten. Dazu kommt eine gewisse Fluktuation, weil z.B. manche Abiturienten, die den Numerus Clausus fürs Medizinstudium nicht erreicht haben, zunächst die Ausbildung zum Notfallsanitäter machen. Das ist langfristig gesehen auch nicht schlecht. Mit Ärzten zu kooperieren, die aus dem Rettungsdienst kommen, schafft schon mal eine sehr gute Basis für alle Beteiligten. 

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich erhielt Grünes Licht seitens Rettungsdienstleitung und Geschäftsführung, dass ich für den Einsatz freigestellt werde. Da mussten dann ein paar Termine, die in dieser Zeit geplant waren, verschoben oder abgesagt werden. Man kennt mich ja inzwischen - und so oft kommt es ja auch nicht vor.

Sehr gefreut hat mich die Unterstützung, die mir teilweise zufiel. Es kamen viele nette, anerkennende und ermutigende Worte. Bei Worten blieb es allerdings nicht. So schrieb ich u.a. auf Twitter der Chefin der Modalabels Manomama und Urbandoo, dass für ihre erregerstoppenden Rundschals, die ich bisher schon sehr schätze, jetzt eine Belastungsprobe käme. Darafhin unterstützte sich mich spontan mit weiteren Rundschals und Filtern. Eine tolle Geste. 

Ich bin ja Teil der zweiten Rotation. Mit meinem Vorgänger auf Lesbos hatte ich vorher schon WhatsApp-Kontakt gehabt. Im DRK Generalsekretariat in Berlin läuft dann die Organisation der Anreisen der Delegierten (so werden wir Auslandshelfer intern bezeichnet), die Klärung der medizinischen Voraussetzungen, der Abschluss von Versicherungen etc. Normalerweise fliegen die Delegierten nach Berlin, erhalten dort eine Einweisung (das Briefing) in die Lage und fliegen dann von dort aus ins Einsatzgebiet. Durch die Einschränkungen, die die aktuelle COVID-Lage erfordert, wurden die Briefings per Videokonferenz durchgeführt.  

Dann hat natürlich jeder Einsatz seine Besonderheiten. Zunächst steht die Tropentauglichkeitsuntersuchung beim Arbeitsmediziner an. Die ist bei mir allerdings gerade noch gültig. Denn dieselbe Untersuchung durchlaufen wir auch nach jedem Einsatz wieder. Und das ist auch gut so. Die Grippeschutzimpfung habe ich ja auch schon vor ein paar Wochen bei meinem Hausarzt vornehmen lassen. 

In Zeiten der Coronapandemie verlangt die Griechische Regierung eine Onlineregistrierung und einen COVID-Test nicht älter als 72 Stunden. Glücklicherweise kam mir da der Chefarzt der Notaufnahme im Klinikum Hochrhein entgegen. Dort konnte ich am Sonntag meinen Abstrich machen lassen. Sicherheitshalber auch noch einen Schnelltest. Falls der Laborbefund nicht rechtzeitig da ist. Also das ist kein Spaß, dieser Abstrich. Das Wattestäbchen wird zuerst in den Rachen geführt und dann durch die Nase, ebenfalls recht tief. Das will man nicht öfter als nötig haben. Jedenfalls waren beide Befunde negativ. Das ist doch positiv würde ich sagen.

 

Kofferpacken etc. stand dann natürlich auch an. Aber das mache ich eh meist auf den letzten Drücker. 

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